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Foursquare & Co macht Social Media lokal

Mobiltelefone mit GPS bringen das Internet auf eine lokale Ebene. Das junge amerikanische Unternehmen Foursquare gilt als Vorreiter der Bewegung. Doch bald werden Facebook, Twitter und Nokia in das Geschäft mit lokalen Informationen einsteigen.

Location Based Service-Apps scheinen mittlerweile total wichtige Dienste zu sein, sozusagen der Hypeder Zeit. Zwar kann man sie noch als Avantgarde-Phänomene bezeichnen (zurzeit etwa 200.000 Nutzer), aber diese Nutzer machen zu viel Lärm! Leider nicht nur auf Foursquare, Gowalla oderBrightkite (oder wie sie alle heißen), sondern auch auf allen anderen Social-Media-Plattformen. Im Folgenden meine ich natürlich nicht die Hunderte von Marketing-Möglichkeiten, die einem dadurch offen stehen, sondern ich spreche von den gefühlten 100 Bürgermeistern in der Timeline. Versteht mich nicht falsch, jeder, der diesen Dienst mag, soll ihn nutzen. Damit ihr aber alle, die vielleicht nicht mit soviel Engagement bei der Sache sind, als Freunde und Bekannte in euren Netzwerken behaltet, hier einige Tipps, wie man sie nicht vertreibt:


1.  Sag bitte nicht jedem ständig, wo du bist!

Gerne kann man sich ja überall einloggen, wo es möglich ist, das macht den Sinn der Anwendung  letztendlich auch aus. Aber bitte posaune nicht 20 Mal/Tag über all deine sozialen Netzwerke heraus, wo du isst, arbeitest, schläfst oder mal kurz die Toilette benutzt hast. Gezielter Einsatz seiner Positionsangabe führt außerdem zu einer größeren Beachtung, was mich auch schon zum nächsten Punkt führt.

2. Muss das jetzt sein?

Zu deiner eigenen Sicherheit überlegt dir vor jedem Check-in, ob deine Kontakte das jetzt wirklich wissen müssen oder vielmehr auch wollen. Manche Orte sollte man vielleicht doch eher für sich behalten. Hätte ich einen Worst Case vorliegen, ich würde ihn glatt berichten. Doch ich warne nur schon mal vor, denn was nicht ist, könnte ja noch werden.

3. Bietet Mehrwert!

Am Anfang bin ich ziemlich oft auf deine Links reingefallen, nur um mir dann nackte Koordinaten anzusehen. Selbst Schuld. Ich wäre vielleicht etwas toleranter, wenn du zu deinen Positionsangaben kurze Shouts, Bilder oder Links mitschicken würdest, um die Sache an sich interessanter zu machen und wirklichen Mehrwert zu bieten.

4. Foursquare-Verbot im Tram/S-Bahn!

Bitte vermeide S-Bahn-Streaming. Nicht jede (S-/Tram-) Sstation, die man auf der Durchreise aus dem Fenster sieht, ist eine Kurzmitteilung wert!

5.  Lebe lieber ungewöhnlich!

Also wenn du schon jedem berichten möchtest, wo du bist, dann zeig ein richtig aufregendes Leben! Besuche nur Orte, mit denen du Eindruck schinden kannst!  Neue Restaurants und Clubs, Weinhändler etc.,

6.  Sei ein Trendscout!

Wenn schon Location based, dann nutze die Möglichkeit, Tipps oder Kommentare zu den einzelnen Orten anzulegen. Auf diese Weise entsteht ein Social-Media-Stadtführer, der jedem auch wirklich etwas bringt. Als Bonus erwirbt man sich selbst nicht nur eine Reputation als hypermobiler Nomade, sondern gilt darüber hinaus als Insider und Trendscout.

Die Apps zu deinem Smartphone sind gratis und ein Selbstversuch ist sehr Interessant.

Foursquare News:

Anfang Juni bewerteten Investoren Foursquare mit 100 Millionen Dollar und steckten 20 Millionen Dollar in das US-Unternehmen. Mit solch gestärktem Rücken lässt es sich zwar ruhiger schlafen, aber jetzt muss der ortsbasierte Check-in-Dienst das Kapital klug einsetzen, um mit der Konkurrenz mithalten zu können. Foursquare hat dafür scheinbar bereits eine Idee in der Schublade: Das spielerische Element des Dienstes soll aufpoliert werden und dem User noch mehr Vergnügen bereiten. Dies verriet der Foursquare-Techniker Anoop Ranganath im The Big Money’s Disrupters podcast.

Die Community, in der die Mitglieder ihren Freunden mitteilen, wo sie gerade sind, ist Location Based Service und Spiel zugleich: Wer häufig in einem Café, Bar oder Restaurant eincheckt, kann Punkte sammeln und sich eine Auszeichnung (die höchste ist der Bürgermeister) verdienen, die andere User dann sehen. Obendrein locken die Betreiber von Locations als Belohnung für den regelmäßigen Besuch zunehmend mit Rabatten oder kleinen Aufmerksamkeiten wie Freigetränken.

Man darf gespannt sein, was sich Foursquare einfallen lassen wird, damit das Spiel die nötige Spannung erzeugt, um die Gunst der Internetnutzer zu gewinnen. Denn die großen Mitbewerber, die weitaus mehr User aufweisen können, schlafen nicht: Yelp integrierte vor Kurzem Check-ins, Facebook wird sicher bald nachziehen und Twitter hat auch schon ortsbezogene Features.